11 Dinge, die ein Vater auch noch tun muss…

Lieber Tim, zuallererstmal: Danke für deinen tollen Beitrag, der deutlich mehr als 11 Dinge aufzählt, die es nach der Geburt braucht, um sich ins Elternleben einzugrooven. Ich nehme diese Tipps wirklich Ernst, konnte zum Glück auch lachen und bin froh, dass ich nur ab und zu auf dem Golfplatz verschwinde und nicht in meinem Zweisitzer-Cabrio oder hinter einem Kampfhund… 😉

Immerhin kein Kampfhund. Nur ein echt fieser und total gemeiner Schweinehund.

Aber weißt du was, ich finde, alles so mit Ansage zu machen, das kann es doch nicht sein. Es muss doch auch noch den wilden Kerl in uns geben, den Draufgänger, einen der strauchelt, hinfällt und im Dreck liegt, mit Blut an der Oberlippe, das man sich mit dem Hemdsärmel wegwischt. Es ist doch auch wichtig, sich nicht durch zu viele selbstauferlegte Regeln von Anfang an beim Vatersein einzuschränken und schon jetzt dem Burn-out ein Wiegenlied zu singen, bevor es überhaupt richtig losgeht.

Es braucht Respekt, aber keine Demut vor dem neuen Amt im Leben. Schließlich sind vor uns auch schon Milliarden andere Männer Väter geworden. Die haben nach der Geburt sicher auch erstmal keinen! Plan gehabt. Nein, ich bin dagegen. Ich bin doch sonst schon voll der Plan, die absolute Liste, das Paradebeispiel für ein „formatiertes Leben“, wie du es letztens selber genannt hast.

Von Feldmäusen und Schweinehunden

Ja, kann sein, dass ich mich hier nur rausrede, aber dann ist es eben so. Ich will nicht großzügig sein, wenn ich mich nicht danach fühle und ständig meinen inneren Schweinehund wie eine Feldmaus überspringen, die am Ende nur noch Piep und Ja und Amen sagt. Ich bin Vater, aber ich bin auch Mann. Und der muss auch manchmal tun, was ein Mann nun mal tun muss.

P A U S E (ich höre euch atmen, ihr fragt euch, was sagt er jetzt, irgendwas von Jagen und einen Bären erlegen, einen Baum pflanzen – das macht übrigens Kalle und ich finde es sehr sympathisch -, einen Sohn zeugen – habe ich – eine überteuerte Designerlampe kaufen und damit seine unterdrückte Männlichkeit durch ein überteuertes Möbelstück kompensieren?)

Nein, er spielt Golf. Das ist nichts Neues? Weiß ich. Aber ich sage euch, oder zumindest dir, Tim, dass ich das auch tue, wenn Stine gerade aus dem Badezimmer winkt, mit einer Hand im Windeleimer. Ich wage das. Ich gehe demnächst sogar wieder ins Büro.

Denn ein Vater muss auch das:

  1. die Sau raus lassen, was vor allem heißt: Bei allem Vatersein selber noch mal Kind sein dürfen
  2. Party machen, wenn Mutter und Kind süß schlummern, aber in Maßen, klar
  3. eben einfach mal Spaß haben, auch ohne die Familie
  4. seine Kaffeetasse benutzt stehen lassen
  5. den Windeleimer (ohne Stoffwindeln) vergessen, aber nicht ständig
  6. statt Smoothies zu mixen, sich ein Bier aufmachen (oder Wein)
  7. keinen Bannkreis um die Familie legen, nur weil das „Wochenbett“ noch nicht beendet ist
  8. seinen Job machen, weil nicht nur die Windeln bezahlt werden müssen
  9. sich ein „Spielzeug“ gönnen, das keine Rassel ist
  10. Golfspielen, weil das (mein) Lebenselixier ist und dann alle mehr von Papa (mir) haben
  11. den Ventilator tanzen lassen oder sich mal richtig mit ´nem anderen Daddy batteln 😉

 

It´s about time 4 DADDY BATTLE!

Das ist mein 11Punkte-Plan gegen Überplanung und Übereifrigkeit nach der Geburt. Sowas kann nämlich auch nach hinten losgehen, wenn man sich soviel Gutes vornimmt und die Realität einen mit ganz anderen Dingen wegpustet. Mit Hitze, die unseren Sommerbabies unter die Haut geht, und einem Chef, der so tut, als hätte er von Sommer und Kinderkriegen noch nie was gehört und einem selbst, der sich zwar wie ein Schnitzel freut übers Vatersein, aber trotzdem noch Lust auf ein Leben hat, in dem er einfach nur Max ist und das ist auch schon manchmal kaum zu schaffen… 😉

 

 

 

 

 

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Seid gegrüsst, Väter im Werden oder bereits Gewordene, ich bin Max-Ludwig, 43, verheiratet mit der wunderbaren Stine, die eigentlich alles besser kann als ich ...

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