Erste Hilfe bei Baby-Blues: 11 Dinge, die ein Vater nach der Geburt tun sollte.


Und 11 Dinge, die er besser bleiben lässt. Ich melde mich, da sich bisher kein Kind auf den Weg zu machen scheint, doch nochmal an dieser Stelle. Die Hitze hat minimal nachgelassen, wir haben den Blutmond gesehen, gehofft, dass unsere Kleine den auch sehen will, aber nüschte … und ein Übergangsmobilé gekauft.

Zu diesem Beitrag habe ich lange mit Meikes Hebamme gesprochen. Frieda kann ziemlich sicher sagen, was Mütter sich nach der Geburt von ihrem Partner am meisten wünschen. Und ich habe natürlich Meike gefragt. Aber da man meist erst im Nachhinein weiß, was man an Unterstützung oder Anleitung gebraucht hätte, haben wir uns im Vorhinein vor allem beraten lassen – von Frieda natürlich, einer Hebamme mit 25 Jahren Berufserfahrung.

Seid ihr bereit? Ich fange dann mal an, mit dem, was wirklich wichtig ist und was man, ohne sich dabei ein Bein auszurenken oder Schnappatmung (höchstens wegen Hitzeschocks) zu bekommen, (relativ) locker leisten kann als Vater. Noch was vorab: Nimm die Liste nicht als Pflichtprogramm. Frieda hat es sehr nett gesagt: Nimm es als kleinen Appell und vor allem Hilfe, die eigentlich jeder bei der Geburt des ersten Kindes braucht. Die Dinge, die vielleicht gar nicht zu dir passen, kannste streichen und ein paar wiederholen sich eh, weil man sie nicht oft genug sagen kann… 😜

11 Dinge, die nach der Geburt alles leichter machen:

  1. Sei großzügig, auch wenn du selber völlig von der Rolle bist mit deiner neuen Rolle – du hast die Geburtsstrapazen nur mitbekommen, aber nicht am eigenen Körper erlebt. Das heisst, du bist vielleicht müde und auch deine Hormone fahren Achterbahn, aber dein Körper hat keine Wehen, PDAs, Pressphasen hinter sich. Zwar sind Frauen nach der Geburt von Natur aus schnell wieder fit, weil sie zu anderen Zeiten vielleicht noch acht andere Kinder zu versorgen hatten, doch gesund war das nicht unbedingt. Manchmal wird jungen Müttern (und Vätern) auch alles zuviel. Sie weinen und lachen vor Glück und einige werden erstmal traurig. Baby-Blues. Solange dieser nicht anhält, bleibe gelassen und:
  2. Gönne deiner Partnerin eine wirkliche Erholung, sei an ihrer Seite und gib ihr die Aufmerksamkeit, die sie braucht, um sich zu physisch und psychisch zu stärken.
  3. Umsorge sie mit allem, was ihr gut tut, schmeckt und gefällt, damit sie entspannt in die Stillzeit und Bondingphase kommt. Du gehörst dazu, aber in der ersten Zeit nach der Geburt geht es vor allem um einen guten Start für Mutter und Kind.
  4. Kümmere dich um euer Kind, wann immer die Mutter schläft und das Baby wach wird, aber vielleicht auch ein paar Minuten ohne die Brust oder Flasche auskommt.
  5. Wickle das Baby und genieße in dieser Zeit intensiv das Kennenlernen deines knuffigen Nachwuchs.
  6. Sorge für ausreichend Nahrung im Haus, bereite diese zu und bring danach die Küche in Ordnung. 🤗
  7. Halte die Verwandten und Freunde fern, so lange, bis Mutter und Kind für einen Besuch bereit sind.
  8. Sprich mit ihr: Frage, wie es ihr geht, wie sie die Geburt empfunden hat, erzähle, wie es dir geht, rede offen mit deiner Partnerin über deine Gefühle und Eindrücke und zeige, dass du die Veränderung in eurem Zusammensein anerkennst und wahrnimmst. Zeige auch, dass du dich ihr weiterhin emotional und körperlich verbunden fühlst. Es sei denn, das ist nicht der Fall. Dann nimm evt. Kontakt zu einer Beratungsstelle auf.
  9. Plane einen ersten Ausflug mit Mutter und Kind, am besten an einen Ort in der Nähe, der nicht zu trubelig ist, es sei denn, die Mutter wünscht sich ganz viel Wirbel.
  10. Bringe den Windeleimer runter oder wasche die Stoffwindeln, wasche, putze überhaupt, denn: Das bisschen Haushalt… 😱
  11. Verlängere deinen Urlaub, wenn möglich, oder suche Unterstützung bei Verwandten, Krankenkasse, wenn deine Partnerin sich noch zu wacklig fühlt, den ganzen Tag allein mit dem Baby zu sein. Nimm sie Ernst in ihren Zweifeln.

 

Mach auch mal ´ne Pause vom Supermann sein. Vielleicht machst du dir ´nen Smoothie aus frischer Melone: Mit ein paar Eiswürfeln, ein bisschen Zitronensaft sowie Mixer und Minze, hast du ganz schnell eine Erfrischung auf dem Tisch, die alles andere als blue(s) ist. Mehr PINK ROCK. Wenn auch kein Smoothie mehr hilft: Geh raus und triff einen Kumpel.

11 Dinge, die nach der Geburt für den Blues sorgen:

  1. Vorwürfe jeglicher Art, warum auch immer. Klassiker: Ich mache doch alles, du machst nichts oder sowieso zu wenig. Vorwürfe bringen selten weiter und sind schon in kinderlosen Beziehungen kein Erfolgsrezept, mit Kindern wird es nicht besser.
  2. Ins Büro gehen oder zuhause hinterm Laptop verschwinden, statt erstmal alles Berufliche zurückzustellen. Es gibt zwar Menschen, die ihr Berufsleben nicht nach den Kindern planen können, aber gerade in der Anfangszeit, kann man(n) auch mit Verständnis vom Arbeitgeber rechnen bzw. darum bitten. Selbständige sollten die Zeit der Geburt möglichst gut vorplanen und ihre Auftraggeber informieren.
  3. Eine Horde Leute einladen, die der stillenden Mutter über die Schulter schauen und dem Vater auf diese klopfen.
  4. Immer wieder fragen, was man denn nun essen soll oder einkaufen und ob noch Windeln da sind. Einfach nachgucken und handeln.
  5. Sagen, dass man(n) das nicht kann. Dann am besten üben. 🙄
  6. Schon wieder sagen, dass man(n) das nicht kann.
  7. Erzählen, behaupten, unterstellen, dass andere Mütter viel besser mit „all dem“ klarkämen. Realitäts-Check machen. 🤥
  8. Überhören, wenn das Kind nachts wach wird, schreit, gewickelt werden muss. (Nur ok, wenn man am nächsten Tag arbeiten muss. Am besten eine klare Regelung finden und die „Nachtarbeit“ so aufteilen, dass beide hin und wieder durchschlafen können.)
  9. Einen Kampfhund anschaffen, ein Zweisitzer-Cabrio oder ein Designermöbel in Lack weiß. Warum jetzt? Warum überhaupt?
  10. Den Kinderwagen vergessen, im Hausflur anzuschließen. (Kann auch Müttern passieren!)
  11. Das Kind im Kinderwagen im Hausflur vergessen. (Kann auch Müttern passieren!) 😬

It´s allright, Baby!

Schon mal Bouldern gewesen? Nutze den Schwung der ersten Dinge und probiere etwas aus, was du noch nie gemacht hast.

Ok, der 11. Punkt, der ist natürlich eher ein Witz auf den letzten Metern. Aber es soll ja schon Eltern gegeben haben, die Kinderwagen samt Kind in der U-Bahn stehen gelassen und erst Minuten später kapiert haben usw. Manchmal geht halt alles schief. Das ist menschlich. Verurteilt euch nicht. Das sagt Frieda auch. Und: Ihr werdet es schaffen. Der Baby-Blues kann alle erwischen – Mutter und Vater. Seid weder zu hart zu euch noch zu eurer Partnerin. Dann klappt das schon. Kurz nach der Geburt und viel später, wenn es schon lange nicht mehr um Windeln und Wochenbett geht, sondern um Handynutzung und Hausaufgaben… Alles Gute, wünsche ich euch und mir auch, Kalle (Danke übrigens für deinen Beitrag zum Thema Sicherheit, hat mich sehr nachdenklich gemacht und berührt) und – bereit für den „Daddy Battle“?Max-Ludwig…

P.S.: Noch mehr Tipps, liebevolle, enagierte und manchmal nicht ganz ernstgemeinte, von Vätern wie Müttern, habe ich bei „Gute Frage“ entdeckt. Immer wieder ein Fundus an vielfältiger Beratung. 😉

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Hehe! Mein Name ist Tim, 32, Bio- und Chemielehrer mit Freude und außerdem seit 6 Jahren hocherfreut über meine Partnerin Meike, die ...

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