DIY Papa: Heute Lautsprecher

Dieser Song hier, den liebe ich einfach, den will ich LAUT hören.

Was auf die Ohren!

Seid ihr auch Fans, was hört ihr so, sind wir zu alt, um solche Fragen zu stellen, um mit dem maximalen Wumms auf den Ohren abzugehen, im Club, auf dem Festival oder zuhause? Ich möchte zuhause zu guter Musik tanzen können, mitsingen, mitpfeifen bis ich umfalle und glücklich einschlafe. Ich möchte nicht kiffen, saufen, rauchen. Ich möchte nur die Vibes durch meinen Körper schicken, meinen Tag feiern und das konnte ich bisher immer am besten mit meinen selbstgebauten Lautsprechern. Die sollten jetzt weg. Mellie hatte die Faxen, äh, Boxen dicke … die passen angeblich nicht in unsere Wohnung, wir brauchen Platz für unsere Tochter. Sie wollte, dass ich „die Viecher“, wie sie sogar offiziell heißen, abbaue. Weg damit! Neiiiiiin!

Es war einmal ein Lautsprecher…

Vor einigen Jahren habe ich mir im Hifi-Forum den Thread von einem Typen durchgelesen, der „das Viech“ entwickelt hat. Das „Viech“ fand ich so genial, dass ich es auch haben wollte. Deshalb habe ich mich damals sofort entschlossen bei Spectrum audio den Bausatz zu bestellen. Dazu gehören die Lautsprecher an sich, die passenden Kabel, Anschlüsse und selbstredend der Aufbauplan. Dann heisst es: in den Baumarkt fahren und die MDF-Platten holen (sollte hier einer Bock haben, mir das nachzumachen: Unbedingt mit der Stückliste hingehen, auf der sämtliche Brettergrößen draufstehen und Platten in der Holzabteilung zuschneiden lassen). Außerdem braucht man noch Holzleim (schnelltrocknend). Zuhause kann dann der Spaß losgehen und das Zusammenbauen starten.

Die Dauer dieses „Viechbaus“ ist immer ein bisschen abhängig von Geduld und Geschicklichkeit, aber länger als einen Nachmittag solltet ihr nicht brauchen.

Seitliche Innenansicht meines Lautsprechers.

Das Zusammenleimen dauert aber schon einige Stunden und zuvor müssen noch die Anschlüsse aus den MDF-Platten mit Stichsäge ausgeschnitten werden (vorher am besten aufmalen). Von diesen Lautsprechern war ich damals (bin ich bis heute) so begeistert, dass ich mich nach Fertigstellung erstmal nicht mehr von ihnen trennen konnte und das Lackieren aufgeschoben habe. Der Klang hat mich einfach weggepustet.

Das Lackieren kann man übrigens auch selber, aber im Freien machen. Die Lautsprecher müssen dann ein paar Tage auslüften. Zum Beispiel im Keller. Ausserdem muss man immer wieder Pausen beim Lackieren einlegen, da in mehreren Schichten aufgetragen wird. Bei den „Viechern“, die mein erstes Werk waren, habe ich zur Verschönerung eine Platte aus Birke-MPX (multiplex) verwendet.

Jetzt musste ich also wieder ran. Mellie wollte die Riesenteile nicht mehr sehen. Sie hat ja auch Recht: Wir brauchen mehr Platz für Leonie. Ich habe mich deshalb durchgerungen und noch einmal Lautsprecher gebaut: eine Nummer kleiner, aber um einiges eleganter als mein erstes Werk.

Rechts die alten, links die neuen Lautsprecher.

Die „Viecher“ waren einfach zu groß und raumgreifend. Für die neuen Lautsprecher habe ich den Bausatz BR Si1100 gewählt. Unterschied zum „Viech“: bis auf die Größe kaum einer. Trotz wesentlich kleinerer Abmessungen sind die neuen Schätzchen nur geringfügig leiser.

Also, ein Superkompromiss. Bei den neuen Lautsprechern habe ich dann noch einen anderen Lack verwendet: Warnex Strukturlack (Vorteil bei Strukturlack: Zwei Schichten zu streichen reicht schon aus, sonst muss man sieben- bis achtmal drübergehen). Dann habe ich uns (also mir) noch Lautsprecherständer in dazu passendem Schwarz gegönnt, damit die „Ohrhöhe“ stimmt.

Boxen: auf Ohr- und Augenhöhe.

Unser fertiger Lautsprecher im Wohnzimmer

Mellie ist begeistert. Sie liebt die neuen Teile und fühlt sich als Mutter verstanden und ernstgenommen. Und ich hatte Spaß, habe neue Bausätze probiert und einen Lautsprecher im Wohnzimmer, der akustisch und ästhetisch wirklich was her macht.

Wenn Leonie auf der Welt ist, ist es mit der Ruhe sowieso vorbei. Dann wird es laut. Dann müssen wir vielleicht manchmal leise sein, wenn die Kleine schläft, aber dann wird wieder aufgedreht. Kinder sollen nicht leise sein müssen. Das habe ich bei meinem Sohn nicht verstanden. Zuviele Grenzen sind nicht gut. Zuwenige auch nicht.

Aber ein bisschen Lärm, der hat noch keinem geschadet. Es sei denn, er wohnt an der Autobahn oder schläft neben einem Presslufthammer. Wenn meine Tochter aufdreht, dann tue ich das auch. Ich will mit ihr meine Musik hören, im Rythmus wippen und den Tag feiern. Klar, dass ich nicht überdrehe. Den Lautsprechern zuliebe und vor allem dem zarten Gehör meiner Tochter.

Turn the music on!

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Hi, ich bin Kalle, 38, immer auf meinem Bike der Welt zu Diensten und zusammen mit Mellie, der besten Frau der Welt, die nicht nur meine komischen Haare schneidet.

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