Was macht denn die hier?

Das frage ich mich auch. Denn das Kaufen von exotischen Früchten hat viele Schattenseiten. Besonders der Ananas-Anbau in Costa Rica macht seit langem Sorgen: Ausbeutung, Pestizide und Monokultur – um nur drei Stichwörter zu nennen. Eine Ananas, die man für 1,50 € erwirbt, kann nicht fair gehandelt sein und ihre Reise von Übersee trägt auch sicher nicht zur Verbesserung der Öko-Bilanz bei. Eben habe ich mir, während unser wohlgenährtes Kind schlummert, noch einmal einen Beitrag im Deutschlandfunkkultur dazu angehört. Schon ein paar Jahre alt, aber es ist ja auch noch alles beim Alten. Dabei ließe sich mit regionalem Obst gut und lecker leben, auf einen Erdbeer-Smoothie im Winter verzichten und eine Kiwi würde auch im heimischen Garten wachsen (zum Thema Selbstanbau hoffe ich auf einen Beitrag von unserem Blog-Gärtner Kalle). Wer dann noch das Auto stehen lässt oder ganz abschafft (Max-Ludwig?), der kann zusätzliche Karma-, äh, Klimapunkte auf dem Weg zum Supermarkt sammeln.

Muh statt Buh: Die Gründer von Löwenzahn Organics wissen genau, wo die Kühe weiden, die die Milch für ihre Produkte geben.

Milch interessiert das!

Seit meiner Jugend und noch einmal mehr seit ich Vater bin (und das langsam realisiere, die Verantwortung immer stärker spüre, mit jedem kleinen Geräusch, das Rosina macht, mit jedem Mal Wickeln oder Schaukeln in meinem Lieblingsstuhl, dem ersten Mal wieder unter die Leute gehen – mit Kind), ist mir bewusst, dass ich nicht in Panik verfallen muss, aber dass ich mich achtsam verhalten will. Es geht mir dabei gar nicht so sehr um die seit Jahren vielbeschworene Achtsamkeit, durch die man wieder mehr in Kontakt mit sich selbst, seinem Körper und seinen Gefühlen kommt, es geht mir um Achtsamkeit im Sinne von Rücksicht, wo Rücksicht möglich ist. Genau hinsehen und die Chancen ergreifen, wenn sie sich bieten. Wo kann ich etwas dazu beitragen, dass Mensch und Umwelt in einem besseren Einklang sind, wo kann ich mich einbringen oder zurücknehmen?

In meinem letzten Beitrag habe ich den Minimalismus als Lifestyle in Frage gestellt und den Jutebeutel, der längst kein Hipster-Signal mehr ist, zum Träger von Botschaften gemacht, die am Ende auch nur Konsum sind. Aber manchmal, wenn Menschen sehr ernsthaft eine Idee verfolgen und ihre eigenen Erfahrungen dabei eine große Rolle spielen, dann kann der Jutebeutel wieder zu einem Hingucker werden, der auch mein junges Vaterherz erwärmt.

So einen Jutebeutel gibt es bei Liz Sauer Williamson und Carmen Lazos-Wilmking, zwei Müttern, die vor vier Jahren das Unternehmen Löwenzahn Organics gründeten. Löwenzahn Organics stellt Bio-Babynahrung her und will wissen, was wir essen. Als Mütter haben sie mehr und mehr den Wunsch entwickelt, genaue Informationen über die Nahrung ihrer Kinder zu erhalten. Sie wollten wirklich darauf vertrauen können, dass sie ihren Kindern gute Lebensmittel bieten.

Für Löwenkinder von Löwenmamas und Löwenpapas.

Das is(s)t mein Baby!

Das sagen Menschen, wenn sie etwas in die Welt setzen, woran ihr Herz sehr hängt. Es geht dann meistens um Ideen, die erst klein sind und dann groß werden. Das „Baby“ Löwenzahn Organics wächst jetzt seit vier Jahren. Die Idee, ökologische verantwortungsvolle Ernährung schon früh an die Familie zu bringen, hat Erfolg. Ausschlaggebend ist dabei sicher auch, was für das junge Unternehmen zählt: Demeter-Qualität, Rückverfolgbarkeit und Nachhaltigkeit bei Tieren und Böden. 

Und auch ich sage: Das isst mein Baby. Babymilch brauchen wir aber nicht, denn Meike stillt und so wie es aussieht, wird sie es bis zur Brei-Zeit durchziehen. Rosina wohl auch. 😉 Dafür stürzen wir uns in ein paar Monaten auf die Babybreis, die sich aus unterschiedlichen Getreidesorten zusammensetzen. Denn Getreide gehört bei Löwenzahn Organics auf jeden Speiseplan. Mit etwas Kreativität, süßen Früchten oder frischem Gemüse lassen sich Gerichte, deren Grundlage Getreide ist, sehr individuell zubereiten. Zum Beispiel als Dinkel Blueberry Pankcake. Dafür braucht man genau die Zutaten, die ich zufällig im Kühlschrank habe und mit denen ich meiner Partnerin gleich eine Freude machen will und später meiner Tochter:

  • 180g Dinkelvollkornmehl
  • 3 EL Rohrzucker
  • 1 Prise Salz
  • 2 TL gestrichenes Backpulver
  • 200 ml Joghurt
  • 175 ml Milch
  • 2 Eier
  • 3 EL Honig
  • 200g Heidelbeeren

Als erstes werden die trockenen Zutaten gemischt, die matschigen wie Joghurt mit Milch kommen in den Messbecher und werden dann mit den trockenen Zutaten verrührt. Danach: Den Honig nicht vergessen und das Ei bitte trennen. Danke. Das Eigelb kommt in die geschmeidige Pampe, das Eiweiß wird geschlagen und mit viel Liebe und Vorsicht untergehoben. Krönender Abschluss sind die Heidelbeeren. Wie es dann weitergeht, sollte eigentlich jeder wissen, der eine Pfanne zu Hause hat und Öl. Das Ergebnis: Herrlich heidelbeerig und das bei der Menge an Zutaten ca. achtmal. Es braucht nicht viel, um glücklich zu sein… Deshalb:

Back to the Basics

Und das ist auch der Gedanke bei den Löwenzahn-Gründern: Back to the Basics. Eltern, die bei Löwenzahn Organics bestellen, bekommen den Transparency Code und damit maximalen Einblick in das Produkt, das sie bestellen. Hier wird alles aufgetischt und kann alles zurückverfolgt werden: Wo ist das Getreide gewachsen, wo weiden die Milchkühe? Das Getreide kommt zum Beispiel aus Dänemark, die Milch aus Österreich (Achtung Gewinnspiel! ;))

Löwenzahn Organics zeigt, wie man aus dem Elternsein schöpfen kann. Etwas ganz Neues. Hier haben Eltern nach einer Möglichkeit gesucht, ihr Elternleben mit dem Beruf zu verbinden. Es gab auf einmal ganz andere Fragen, Perspektiven und Herausforderungen, die nach einer Idee gerufen haben, die sich mit all dem beschäftigt und gleichzeitig Antworten gibt bzw. Produkte findet, die Antworten sind. Ich finde das inspirierend. Es beeindruckt mich, wenn Menschen den Veränderungen in ihrem Leben so bewusst begegnen. Und es gibt zum Glück noch einige andere Berliner Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit und faires Handeln setzen. Und das nicht nur beim Essen. Hier ein paar zum Kennenlernen:

  • loveco-shop.de (Kleidung)
  • www.standard-saubere-sachen.de (Kleidung)
  • www.deargoods.com (Kleidung)
  • www.superfoodsberlin.com (Restaurant)
  • www.rosacanina.eu (Eisladen)

Die Liste wird erweitert, aber Rosina ist wach geworden und Meike schläft noch… Ich halte mich schließlich an die 11 Dinge, die ein Vater nach der Geburt tun sollte… 😉

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Hehe! Mein Name ist Tim, 32, Bio- und Chemielehrer mit Freude und außerdem seit 6 Jahren hocherfreut über meine Partnerin Meike, die ...

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