Guck mal da, ein Reh!

Mit solchen Tricks kann man manchmal ein ungestelltes Foto machen: In dem man eine Person mit der Sichtung von einem Reh oder Wildschwein, Zwergkaninchen oder Dinosaurier überrumpelt. Die Person schaut sich fragend um und schenkt dem listigen Fotografen einen „authentischen Ausdruck“. Hin und wieder greife ich selbst zu solchen Mitteln. Ich fotografiere schon lange. Nicht regelmäßig, aber gern.

Fotografieren ist etwas, das mich durch mein ganzes Leben begleitet. Ich freue mich über die Galerie an Bildern bei uns zuhause, die das bezeugen: mein Leben. Eines meiner Lieblinsgbilder ist der Dinosaurier, der seit Jahrzehnten seinen Platz im Dino-Park hat. Den habe ich vor einiger Zeit im Gegenlicht angetroffen… Ich möchte etwas festhalten, was sonst für immer verschwunden wäre. So wie die Dinosaurier, die es nicht mehr gibt.

Vom Loslassen und Festhalten

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Immer heisst es, man soll als Eltern das Loslassen lernen. Sowieso im Leben. Natürlich soll und kann man nicht loslassen, wenn das Kind noch ein Astronaut im Mutterbauch ist und eh verkabelt und auch nicht, wenn es dann an der Mutterbrust hängt und selig Milch schlürft. So stelle ich mir das zumindest vor: seliges Schlürfen. Festhalten, das soll man bitteschön die Bilder, die man für das Leben bekommt, die sich ins Hirn einbrennen und die man an kalten oder dunkleren Tagen herausholt, um sich zu erinnern an damals, an das, was war und was man zum Glück auf Zelluloid und heute auf einen USB-Stick gebannt hat. Fotografieren ist sowieso nicht mehr das, was es einmal war. Aber das Familienalbum, das war schon immer so eine Sache…

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Es ist nicht leicht, sich hier von den üblichen Kinderbildern frei zu machen, von verschmierten Lätzchen und strampelnden Füsschen, ersten Laufversuchen und einem Grinsen von einer Backe zur anderen. Vielleicht muss man das auch gar nicht. Vielleicht muss man festhalten, was einem vor die Linse kommt. Wenn man das denn will. Ich will das. Nicht unbedingt für mich, aber für meine Tochter. Denn die soll die Möglichkeit haben, ihre ersten Schritte einmal auf einem Foto zu sehen und ihren ersten Brei auf meiner Nase. Mag sein, dass ich genau diese Fotos verpasse. Macht nichts. Ich möchte für sie ein Stück ihres Lebens festhalten.

Warum? Damit sie dann, so meine naive Hoffnung, noch besser loslassen kann für das ganz große Stück ihres Lebens, in dem sie die Fotos selber macht. Damit sie nicht nur die Liebe als Grundlage hat, sondern auch ein bildreiches Dokument von glücklichen, zerknirschten und manchmal bestimmt auch traurigen Momenten. Aber da werde ich die Kamera sicher ruhen lassen. Manche Momente hält man dann doch besser in Gedanken fest und sucht Worte dafür. Jetzt aber suche ich erstmal die richtige Kamera. Und dann heißt es: 1, 2, Cheese. Papa fotografiert.

Mehr als nur ein Foto machen.

Damit das gelingt, können ein paar Tipps nicht schaden. Auch wenn man wie ich aus der Hüfte und dem Gefühl heraus fotografieren möchte. Ich möchte nicht lauern wie ein Papa-razzi. Ich möchte zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und einen unwiederbringlich schönen Moment mit meinem Kind festhalten dürfen. Dafür möchte ich nicht auf mein Smartphone angewiesen sein und am Ende ein wackliges Foto haben, bei dem ich mich im besten Fall fragen kann: Ist das Kunst oder hat das mein Smartphone verkackt? Pardon.

Ich habe hier 3 wunderbare Kamera-Leichtgewichte (Für Infos zu den Kameras einfach auf die Bilder klicken) für euch rausgesucht, zwischen denen ich mich noch nicht entschieden habe. Sie liegen alle in einer, aus meiner Sicht, noch erschwinglichen Preisklasse und sind auch für Anfänger sehr gut handelbar.

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Und so fotografiert ein Papa, der sich nicht in den Schatten stellen lässt: Bei Innenaufnahmen, das ist zumindest meine Erfahrung, fotografiert man Menschen am besten in der Nähe eines Fensters. Das heißt so nah wie möglich an der Lichtquelle. Und am besten in Richtung des Lichteinfalls, also vom Fenster in den Raum hinein. Als Faustregel habe ich mir gemerkt: Je mehr Licht, desto heller und schärfer werden die Fotos. Und wenn ich´s wirklich mal verschwommen will, dann war es wenigstens Absicht… Ausserdem schätze ich natürliches Tageslicht – drinnen und draußen. Das ist immer schöner für natürliche Aufnahmen als Kunst- oder Blitzlicht.

Mein Blickwinkel – mein Foto.

Es gibt viele unterschiedliche Ausschnitte und Blickwinkel, aus denen heraus man Kinder fotografieren kann. Je innovativer, wagemutiger und kreativer man vorgeht, desto mehr findet man eine eigene Art, die Ereignisse in Bildern festzuhalten. Der Blickwinkel, aus dem heraus man fotografiert, zeigt auch die Sicht auf die Dinge, die Perspektive, die man im Leben einnimmt … oder wie weit man sich noch bücken kann…  Aus der Vogelperspektive, aus der Froschperspektive oder aus einem Winkel, der gar keinen Tiernamen trägt.

Man kann mit etwas Spielfreude und Lust auf Neues, viele Momente ungewöhnlich inszenieren und interpretieren. Manchmal reicht es schon, wenn man auf einen Stuhl oder eine Bank steigt oder etwas ins Bild rückt, was nicht typisch für die Situation ist. Klingt nach originellen Kinderaufnahmen auf Knopfdruck? Möglich. Aber auch eine Chance, das Medium Fotografie immer mehr zu entdecken, zu hinterfragen und vielleicht sogar eine Leidenschaft dafür zu entwickeln.

Über Väter, die man festgehalten hat (fotografisch).

Ich habe mich immer für Fotografie interessiert. Seit ich Vater werde, habe ich ein noch größeres Interesse an Fotografen, die den Blick auf ihre eigene oder die Familie im Allgemeinen richten. Eine Reihe von Porträts berührte mich dabei in letzter Zeit besonders… Ich würde mich unglaublich freuen, wenn wir eine Diskussion in diesem Blog aufbauen könnten, die sich mit der Veränderung von Vaterbeziehungen im Laufe der Generationen beschäftigt, wenn hier auch Väter antworten, die vielleicht schon lange Großväter sind oder Söhne, die von ihren Vätern erzählen wollen … und natürlich auch Töchter.

Vor kurzem habe ich dann Fotos entdeckt, die ich euch auf keinen Fall vorenthalten will. Es waren Fotos, die eine Frau von Vätern gemacht hat. Väter, die in innigen, sehr vertrauten und unbeobachteten Momenten mit ihren Töchtern und Söhnen zu sehen sind. Ich fand es beeindruckend, diesen liebevollen Blick von einer Mutter auf einen Vater, nachzuvollziehen. Die besondere Verbundenheit von Vätern und Kindern aus Sicht einer Mutter hat mich nicht losgelassen. Womit wir wieder beim Anfang wären. Loslassen und Festhalten. In diesem Wechsel wird alles geschehen. Wie geht ihr damit um?

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Hehe! Mein Name ist Tim, 32, Bio- und Chemielehrer mit Freude und außerdem seit 6 Jahren hocherfreut über meine Partnerin Meike, die ...

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1 Kommentar zu “Guck mal da, ein Reh!”

  1. Hartmut sagt:

    Die Canon wär mein Ding!

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