Gähnau: Papa-Podcasts braucht das Land.

Lieber hören als lesen? Dann hier entlang.

Aber was macht einen guten Papa-Podcast aus?

Eigentlich wären wir ja das Top-Trio für den Daddy-Chat. Behaupte ich jetzt mal. 😉 Daddies chatten im Netz bisher noch ziemlich selten miteinander. Es gibt nur wenige Podcasts, die von Vätern für Väter gemacht sind, in denen Fragen, die sich ums Vatersein drehen, von Vätern diskutiert werden. Immerhin gibt es welche. Das freut uns. Und es werden hoffentlich noch mehr. Denn Väter müssen reden. Im Ernst. Sie erfüllen ja leider noch viel zu oft das Klischee des maulfaulen Mannes, der das zeternde Weib mit großen Augen bestaunt und auf sein nächstes Bier wartet, was ihm dann um die Ohren fliegt.

Der Mann, so wird es bis heute gebetsmühlenartig – und geradezu verbissen stolz darauf – in vielen Männer- und auch Väterforen vorgetragen, will halt nicht reden. Der macht. Dem reichen ein paar saftige Infos und Aussagen. Bloss kein „Gelaber“. Da ist die Rede von Gleichberechtigung, aber die Stereotype der Geschlechter werden aufrecht erhalten. Da wird es schwer mit Veränderung. Gerade diese Stereotype verhindern ja, finde ich, dass Strukturen aufbrechen, damit ein gerechtes Miteinander möglich wird. Tja. Ein paar Väter sehen das mittlerweile ein oder anders und suchen das Gespräch.

Laaaaaangweilig: Männer wollen nicht reden

Für uns ist das eine Männer-Mär. Andererseits sind wir natürlich auch bereit, dieser Mär noch einmal nachzugehen. Wir sind nicht so gendercrazy, dass wir uns das Ganze nicht nochmal genauer ansehen würden. Vielleicht ist ja auch was dran. Nicht im Sinne von: Männer schweigen – Frauen reden. Aber vielleicht sind Männer wirklich manchmal so erschöpft, dass sie lieber nur zuhören und dabei ihr Bier trinken. Die fangen einfach das Gähnen an, wenn sie mit Worten überschüttet werden. Für die ist das maximal eine Einschlafhilfe und eine bewusst genutzte Gehirnwäsche, getreu dem Motto: Vielleicht bleibt ja was hängen. Dann schöpfen sie aus dem Gehörten – irgendwann, irgendwo –  und zaubern plötzlich Wissen hervor, dass sie selbst am meisten überrascht…

Denn tatsächlich waren wir auch ein bisschen überfordert mit dem Angebot, nachdem wir uns mal durchs Netz geklickt und so manchen, auch sehr gelungenen Podcast, gehört hatten. Da waren wir, also ich, der Kalle, Tim und Max-Ludwig, ziemlich fertig. Viele Themen kommen, zu Recht, immer wieder vor und einige Gespräche sind deutlich zielgerichteter als andere. Die Talks (oder auch Monologe) sind mal überraschend, mal nicht und meistens informativ. Auf jeden Fall ist es bestärkend, anderen Väter zuzuhören, die ihr Vatersein zum Thema machen. Die überhaupt darüber nachdenken, dass es da was zum Nachdenken gibt und zum Hinterfragen. Aber es ist auch anstrengend. Wir haben gemerkt: Manchmal möchte man (also wir) einfach nur einer Stimme lauschen (und gähnen), die ein Thema vorstellt, eine Geschichte erzählt, also etwas, was man dann immer noch diskutieren kann. Oder auch nicht.

Vielleicht reden wir uns das jetzt auch schön, weil wir selber gern so einen kontroversen oder lustigen Meinungsaustausch unter Vätern fertig brächten und unser Podcast nur eines leisten kann bzw. wird: Die Audioversion unserer Beiträge. Da kann man dann entspannt einschlummern. Da wird zwar vieles reflektiert und nehmen wir uns (hoffentlich) selbstkritisch in den Blick, aber es bleibt erstmal so stehen. Der gemeinsame Talk als Podcast ist Zukunftsmusik. Leider ist so ein wiederkehrender Event mit unseren derzeitigen Familiensituationen und beruflichen Verpflichtungen nicht vereinbar. Ich befinde mich bereits wieder zu später Stunde auf dem Bike und damit im Dienst. Darf ich vorstellen: Ich bin Kalle, Fahrradkurier, Gärtner und Hobby-Blogger, der schon als Kind gern geschrieben hat, aber nie dazu kam.

Little Papa-Podcast-Watch Übersicht Podcasts für Väter

Wir haben also rumgeschnüffelt und reingehorcht in die Papa-Podcasts dieses Landes und haben vor allem die üblichen Verdächtigen gefunden, denn es gibt weit weniger Podcasts mit Papa-Content als man angesichts der Papahäufigkeit denken sollte… Väter, wie oben schon erwähnt, sind in Sachen Elternblogs immer noch unterrepräsentiert. Unsere Auswahl ist also einerseits eine völlig subjektive Sicht (was sonst?) auf Podcasts von Vätern, die wir interessant, relevant und spannend finden, andererseits haben wir auch gar nicht so viele gefunden. Wir waren, sagte ich ja bereits, trotzdem überfordert, aber auch erfreut, gut unterhalten und immer wieder sehr angetan. Wie angetan wir waren, zeigt die Anzahl unserer vergebenen Klugscheißer-Daddies  … Beste Wertung sind fünf !

Lass mal hören:

Ich bin dein Vater: Hier sind drei Väter mittlerweile sehr erfolgreich am bloggen, betreiben zusammen außerdem noch eine Kommunikationsagentur in Köln und nennen sich: Babyvater, Lempi und PapaDoc. Nicht schlecht. Sie sind es also gewohnt, zusammen abzuhängen und bisher scheint das ziemlich gut zu klappen. Ein- bis dreimal pro Monat legen sie dann auch podcast-technisch los und haben immer ein Thema, das sich eigentlich mehr nebenbei entwickelt. Mit einem Kölsch schnackt es sich leichter und so wird das zwanglose Plaudern zur Grundstimmung dieses Papa-Podcasts, der vor allem eines ist: sympathisch, undogmatisch und verlässlich wiederkehrend. Unser Voting: 

Lass mal hören: Alles über einen Kindergeburtstag, der rockt…

Daddies in Distress:  Zwei Väter, die keine fetten Freunde sind, werden Gastgeber eines Daddyblogs, der ausschließlich Podcasts anbietet. Vielleicht sind sie deshalb so professionell, weil sie sich reduziert, spezialisiert und konzentriert haben. Wir finden, sie machen das ziemlich überzeugend. Ihre manchmal fast zweistündige Radio-Show besticht vor allem durch eines: Die beiden sind sich intelligente Gesprächspartner, können den Ball des anderen gut aufnehmen, sind immer neugierig, sowieso flexibel und haben Humor. Beste Voraussetzungen für einen gelungenen Talk. Sie erzählen entspannt aus ihrem Leben, verknüpfen das mit Gesellschaftsfragen und wählen Themen, die absolute Klassiker oder echte Trendfragen sind. Noch dazu ist das Ganze super strukturiert, führt einen übersichtlich durch den Gesprächsverlauf –  mit Zwischencaptions im Podcast – und hin und wieder gibt es sogar Talkgäste. Unser Voting: 

Lass mal hören: Zwei Väter als Host, hier mit einem weiblichen Gast

Papa-online: Dieser Papa ist schon ziemlich lange dabei und ist auf jeden Fall eine sichere Bank, wenn man sich umfassend über Vater- und Elternthemen informieren will. Er hat die Erfahrung und das Know-how, um als souveräner Papa-Ratgeber aufzutreten. Das tut er dann auch. Und das muss man natürlich mögen. Andreas Lorenz ist ein versierter Daddy, der niemanden belehren will, aber sich direkt an seine Hörerschaft wendet und diesen jede Menge Tipps zu geben weiß. Ein bisschen nach Lehrer klingt das schon, doch durch den sachlich-pragmatischen Tonfall und eine ebensolche Herangehensweise, bleibt Lorenz immer sympathisch, freundlich und echt papatent. Reinhören ist auf jeden Fall Pflicht. Unser Voting: 

Lass mal hören: Papa-Online erzählt wie das Arbeitsumfeld ohne Jobwechsel familienfreundlicher wird

Wochenendrebell: Hier bloggt und podcastet ein Mensch, der Vater eines Sohnes mit Asperger-Syndrom ist. Das ist eine Form des Autismus. Was diese Diagnose für den Vater und Sohn Jay-Jay im Alltag tatsächlich bedeutet und ob das überhaupt soviel an einem „normalen Alltag“ ändert, kann man erleben, wenn man den beiden zuhört. Denn die beiden unterhalten sich. Über Sterne. Die Zeit. Mama. Und Fußball – dafür haben sie eine Dauerkarte geerbt. Ach, das ist einfach schön. Und dieser Podcast ist doch anders als die anderen. Das liegt aber nicht an der Diagnose von Jay-Jay, sondern an der Art und Weise, wie hier ein Vater seine Beziehung zu seinem Kind pflegt. DAS ist besonders mitzuerleben. Hier treffen zwei Persönlichkeiten aufeinander, die nichts zu verbergen haben, aber viel zu erzählen. Da geht es zur Sache und immer wieder auf zu den Planeten. Der Blog von Wochenendrebell wurde übrigens auch schon mehrmals ausgezeichnet bzw. im letzten Jahr für den Grimme Online Award nominiert. Respekt!  Unser Voting: 

 Lass mal hören: Die Liebesliste

Freaking Dad: Der Geheimtipp aus Köln. Ein auch gerade erst Vater gewordener Vater podcastet, wann immer er Zeit hat. Er redet wie ihm der kölsche Schnabel gewachsen ist, über Kreissaalführungen und erste Abende allein mit dem Nachwuchs, wenn Mama beim Yoga ist. Er erzählt authentisch, lebensnah und informativ. Aber freaky? Nö. Wir finden: Alles in allem ein unaufgeregter Blog eines unaufgeregten Vaters, der bei uns ein gutes Gefühl hinterlassen hat und dem wir gerne immer mal wieder 20 Minuten am Stück zuhören können. Danke, Dän! Unser Voting:

Lass mal hören: Freaking Dad hat viele Themen

Der Sound für die Cloud

Über den Wolken … da muss der Podcast wohl grenzenlos sein. Und die Redefreiheit.

An dem arbeiten wir. Wir schicken unsere weibliche Stimme in den Äther. Aber sie ist so flüchtig wie alle Frauen. 😉 Vorsicht, Klischee! Freut euch auf Beiträge, die so aufregend sind, dass ihr entspannt einschlaft. Unser Podcast-Archiv wächst. Damit ihr  wie auf Wolken schwebt. Egal, wie schwer die Themen sind. Sounds good?

Übrigens: Weil Podcasts auch manchmal anstrengend sind, haben wir darüber nachgedacht, eine Playlist zusammenzustellen, in der Väter besungen werden. Wir haben Witty Playlist , ob die uns da behilflich sein können. Die beweisen nämlich ein Händchen für Songs, die sie nach einem bestimmten Thema auswählen. Auf Anhieb gute Laune macht zum Beispiel die Liste mit den Girl´s Names. Hört einfach rein. Vielleicht hilft es auch bei der Namensfindung, wenn ihr noch auf der Suche seid… Jetzt noch einen ersten Papasong? Läuft hier! 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hidden Tipp: Alle (oder ziemlich viele, weil auch internationale) Podcasts, die das Wort „Papa“ enthalten, findet ihr HIER.

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1 Kommentar zu “Gähnau: Papa-Podcasts braucht das Land.”

  1. Der Dän sagt:

    Tach Jungs! Wow, vielen Dank für die Erwähnung, das macht mich ja schon ein kleines bisschen stolz 🤩 Montag gibts dann die nächste Folge. Wünsche Euch schon mal vorsorglich ein schönes Wochenende und falls Ihr mal Bock auf nen Gasttalk habt, sagt Bescheid 😉

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