Reden ist Silber. Schweigen ist Golf.

Last Minute-Reise vor der Geburt

Es sind nur noch wenige Wochen bis zu Richards Geburt. Ich kann es einerseits kaum erwarten, andererseits bin ich, vielleicht erinnert ihr euch, irgendwie in Panik. Ich will raus. Noch mal die Zweisamkeit mit Stine genießen, Wellness, Verwöhnprogramm, gutes Essen … und ungestört Golf spielen. Nicht viel reden. Golfen. Klar, Kalle und Tim, die sind sich sicher, dass es mir vor allem ums Golfen geht und nicht um Stine. Das ist Unsinn, mir geht es um uns beide.

Einfach nur Golfen während sich die Frau im Liegestuhl gepflegt langweilt, das reizt mich nicht. Sie soll die Möglichkeit haben, alles zu machen, was sie mag und was ihrem Körper so kurz vor der Geburt gut tut. Irgendwas außer Heublumentee. Dazu hat Tim dann wohl demnächst noch einen Beitrag. Aber Stine liebt Wellness de luxe. Dabei hat sie sich noch nie gelangweilt. Und dafür sind die Angebote in dem Wellnesshotel, dass ich herausgesucht habe, auch viel zu verführerisch. Dieser exklusiven Atmosphäre kann man sich nicht entziehen.

Wir müssen einfach beide mal raus. Ich finde, es ist wirklich Zeit für eine Woche der Sinne, und, ja, auch eine Woche ganz in meinem Sinne: auf dem Golfplatz. Meine beiden wahnsinnig selbstlosen Mitblogger überschlagen sich darin, mich mit Eigenschaften wie snobistisch und egoistisch zu belegen. Verstehe ich nicht. Seid ihr neidisch? Ich kann mir eine Woche Golfhotel nun mal leisten, meine schwangere Frau kann in einem Meer von Rosenblättern in eigenen Spa-Räumen tanzen und ich, ich mache dort meine ganze individuelle Geburtsvorbereitung …

Meine Geburtsvorbereitung: Golfen.

Unsere letzte Paarreise ohne Kind soll für uns beide unvergesslich sein. Ich will nochmal Harmonie ohne durchwachte Nächte und das Ohr am Babyfon oder am Milchwärmer. Ich will nochmal stundenlang über den grünen Rasen gehen, an nichts anderes denken und von den Zehen bis zu den Haarspitzen fühlen, dass Golfen Präzision und Meditation ist.

Leider, und darin liegt das Problem, ist Stine eine echte Golf-Gegnerin. Für Sie ist das ein „autistischer Sport“, in dem man nur gegen sich selbst spielt. Ich hole mir mein Adrenalin aber anderswo. Ich brauche Golf. Es ist meine Droge zum Runterkommen. Und deshalb eine gute Geburtsvorbereitung. Vielleicht muss ich aber doch vorschlagen, dass wir unseren Honeymoon als Babymoon wiederholen und mich mit ihr beim Yoga anmelden. Irgendwo in den Bergen in einem Super-Spa. Ich glaube, das würde Kalle und Tim total beeindrucken. Aber ich will ja gar nicht beeindrucken: Ich will golfen.

Vielleicht kann ich sie damit überzeugen und ihr erzählen, ich sei Hoptimist, die soll es in jedem dänischen Haushalt geben und Stines Vorfahren sind Dänen… Die Dänen sind wie ihr Design: minimalistisch, unkompliziert und zeitlos. Das lässt doch hoffen. Übrigens: Immer wenn man einen Hoptimisten sieht, soll man daran erinnert werden, zu lächeln. Einfach Link klicken und…?

Über Max-Ludwig

Seid gegrüsst, Väter im Werden oder bereits Gewordene, ich bin Max-Ludwig, 43, verheiratet mit der wunderbaren Stine, die eigentlich alles besser kann als ich ...

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