Wir nehmen Reise-aus!

Zugegeben: Wir sind erschöpft. Die letzten Wochen haben uns geschlaucht. Eltern sein, das bedeutet eben … Eltern sein: Wenig Schlaf, Augenringe und das Rotieren um einen kleinen Menschen rund um die Uhr. In der Zeit, in der man nicht rotiert, versucht man zu schlafen, zu lesen oder, ich zumindest, zu bloggen. Auf mein halbes Jahr Elternzeit freue ich mich wie Bolle. Mehr wird es erstmal nicht. Aber wir planen auch, Rosina dann zu einer Tagesmutter zu geben, so dass Meike wieder zurück in die Schule kann. Denn die fehlt ihr. Viel mehr als mir übrigens…

Superdaddy hat alles im Griff. Ist doch lego!

Jetzt aber sind Schule, Arbeiten, Korrekturen machen, Unterrichtseinheiten auffrischen, Projekte durchkriegen, Konferenzen durchhalten, Lärm aushalten und moderne Strafpredigten abhalten (meistens mit Youtube als Unterstützer und einem Rap, der die besseren Worte hat –  wie zum Beispiel in dem Teeniefilm „Das schönste Mädchen der Welt“, frei nach Cyrano de Bergerac – kann man sich gut ansehen) erstmal in weite Ferne gerückt… Apropos:

Darum in die Ferne schweifen…

… denn das Gute liegt auch da. In der Ferne? Mit Kleinkindern. Genau: Fernreisen mit Kleinkindern sind eine gute Sache und eine erholsame Unternehmung. Glaubt ihr nicht? Das ist doch die totale Strapaze? Wir waren auch erst einmal abgeschreckt von der Idee, stundenlang mit Rosina im Flieger zu sitzen. Das macht uns ja schon ohne Kind keinen Spaß. Und warum muss man unbedingt jede Menge Kerosin in die Luft blasen, wenn man doch auch an der Nordsee rote Wangen und gute Laune bekommt?

Das ist auf jeden Fall ein Argument, was man durchgehen lassen könnte. Ans Klima denken und die Reisefreude in der Heimat entdecken. Aber leider wird es jetzt kalt. Und dunkel und wir müssen und wollen unsere Batterien auftanken, die Zeit mit Kind intensiv an einem Ort genießen, wo man morgens mit einem T-Shirt zum Strand läuft, das Meer abends leise rauscht und das Essen eine andere Würze hat. Wo einfach alles eine andere Würze, einen anderen Geschmack hat.

„Finger weg von Fernreisen“ ist also Schnee von gestern und für uns gerade erste Wahl. Aber wir wollen trotz Sehnsucht nach Ferne, innerhalb von Europa bleiben. Die kanarischen Inseln werden von uns täglich in Gedanken umrundet. Für alle anderen, die richtig hoch hinaus bzw. weit hinaus wollen: Fliegen ist mittlerweile so entspannt und komfortabel geworden, da vergehen die Stunden wie im Fluge… Also fast. Filme gucken, herumlaufen, schlafen, spielen – die modernen Airlines sind von Rumpf bis Rad auf Kinder eingestellt. Zwar sind nicht alle Länder außerhalb Europas für Reisen mit Kindern zu empfehlen, aber ein großer Teil bietet eine gute Infrastruktur, ein modernes Gesundheitssystem und hohe Sicherheit.

Ich packe meinen Koffer. Meike packt ihn wieder aus… Und um. Geht so Emanzipation? 😉 Nee, es geht um neues Gepäck. Um einen Reiserucksack, der wirklich hält, was er verspricht. Habt ihr Tipps?*

Wichtig: Vor der ersten Urlaubsreise empfiehlt es sich, den Kinderarzt aufzusuchen. Er kann euch dann sagen, ob ihr für das Reiseland eine spezielle Impfung für das Kind benötigt, aber auch, welche Verhaltenstipps für bestimmte Reiseregionen angebracht sind. Ich würde zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung empfehlen, bei der der Schutz auch für das Kind gilt. Mehr zu Reiseversicherungen findet ihr hier.

Echter Pluspunkt für alle, die mit einem Stillkind reisen: Da ist keimfreie Nahrung immer griffbereit. 😉 Wer kein Stillkind hat, sollte vorsorgen und sich Lebensmittel für das Kind einpacken, falls es zwischendurch mal zu Engpässen kommt oder man eine Alternative zum angebotenen Essen braucht. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Essen vom Kind abgelehnt oder nicht vertragen wird, ist aber dennoch geringer als oft angenommen.

Meine Highlights für Europa

  • Deutschland, z.B. Deutsche Nord- und Ostsee
  • Niederlande, z.B. Noordwijk
  • Dänemark, z.B. Römö
  • Italien, z.B. Gardasee
  • Griechische Inseln
  • Portugal, z.B. Algarve und die große weite Welt:
  • Thailands Inseln
  • USA, z.B. Orlando, Miami
  • Kanada
  • DomRep
  • Singapur

Ab wann muss man für ein Kleinkind schon groß zahlen?

Das ist immer abhängig von den eigenen Ansprüchen und vom Reiseveranstalter. Grundsätzlich gilt: Viele Reiseveranstalter bieten spezielle Angebote für den Familienurlaub an, bei denen man nur einen geringen Aufpreis zahlt, wenn das Kind mit im Zimmer schläft. Die Schallgrenze für höhere Kosten liegt eigentlich immer bei zwei Jahren. Ab dann wird das Fliegen kostenpflichtig und erhöht sich auch die Zuzahlung in Hotels. Doch, wie schon gesagt, das ist von Hotel zu Hotel, Reiseveranstalter zu Reiseveranstalter sehr unterschiedlich und es lohnt sich, die Angebote zu vergleichen. Bucht man die Reise im Internet, kann man durch Eingabe von Anzahl der Personen und Alter der Kinder, gleich sehen, wie groß (oder klein) der Kinderrabatt ist.

Fotos machen Fenster manchmal ganz von alleine. Mal sehen, was mir in unserem Urlaub alles vor die Linse kommt. Sonnenuntergänge werde ich aber nicht fotografieren. Aus Prinzip.

Bei den Flugkosten gibt es bei so gut wie allen deutschen und internationalen Fluggesellschaften eine klare Regelung: Ist das Kind unter zwei Jahre alt, hat es keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz, sondern sitzt auf dem Schoß der erwachsenen Begleitperson. Deshalb fallen hier maximal minimale Kosten an. Wer Lust hat, kann sich bei Lufthansa noch schlauer lesen. Aber es gibt natürlich noch viele andere Airlines. 😉

Mit Tipps top starten und landen

Es gibt Babys, die im Flugzeug am liebsten schlummern oder sich selbst beschäftigen und es gibt Babys, die viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung brauchen. Diese „Warnung“ haben mir Freunde gegeben und ich glaube, Rosina ist ein Kind der zweiten Sorte. Tipps, wie man Kinder „dieser Sorte“ und sich selbst, am besten bei Laune hält, habe ich auch bekommen.

  1. Vorfahren mit dem Kinderwagen: Fluggesellschaften machen es Eltern immer leichter. Man muss deshalb den Kinderwagen erst an der Flugzeugtür abgeben und bekommt ihn bei der Ankunft auch direkt dort wieder ausgehändigt.
  2. Erste Reihe fliegen: Mit dem Loop Belt oder dem Babykörbchen. Wer mit kleinen oder kleinsten Kindern fliegt, sitzt meistens ganz vorn, kann das Kind auf den Schoß nehmen und mit einem sogenannten Loop Belt sichern und/oder das Babykörbchen in der Wand nutzen. Es kann aber dennoch immer mal wieder passieren, dass diese Plätze nicht frei sind und schon von anderen Eltern besetzt. Deshalb ist es wichtig, sich diese Plätze vorher auf jeden Fall zu sichern.
  3. Druck nehmen mit dem Ohrstöpsel: Hier gibt es verschiedene Anbieter, die als Druckminderer fungieren. Zum Beispiel Alpine (Werbung). Die Stöpsel verlangsamen den Druckanstieg und sind ähnlich effektiv wie Gähnbewegungen. Still- und Flaschenkindern hilft das Trinken, da sie dann sowieso schlucken müssen und so automatisch einen Druckausgleich haben. Die Ohrstöpsel müssen mindestens 45 Minuten vor Start und Landung ins Ohr eingeführt werden.
  4. Spielsachen im Flug erobern: Meistens verteilt das freundliche Personal sowieso hübsche kleine Goodies für die Kleinen. Wenn nicht, einfach fragen und so für weitere Ablenkung sorgen mit einem überraschenden Spiele-Extra.
  5. Aufwärmen: Nicht nur das Reiseziel hat meistens das Potential dazu. Auch die Airlines wärmen Babynahrung jederzeit auf. Genauso wie Wasser- und Milchflaschen.
  6. Zeit für einen Wechsel: Nein, volle Windeln sind kein Problem und gehören nun mal zum Babyleben dazu. Deshalb haben auch alle Flugzeuge eine Wickelablage und einen Mülleimer, um die Reste sachgerecht zu entsorgen. Sogar mit Ersatzwindeln und Lätzchen können die meisten Airlines jungen Eltern aushelfen…

Nichts wie weg mit….

Das Interview, das wir mit Vamos Reisen geführt haben, könnt ihr in den nächsten Tagen lesen. Vamos Reisen ist mein persönlicher Favorit unter den Anbietern für Reisen mit Kindern. Die Bereitschaft, sich der ökologischen Frage beim Reisen zu stellen, ist Grundprinzip des sympathischen Unternehmens aus Hannover. Und es bleibt nicht bei der Bereitschaft – hier wird auch umgesetzt, was täglich mehr unter den Nägeln brennt: Mensch und Umwelt, Mitarbeiter und Reisende, Natur und Erleben sind im Einklang. Ich freue mich, dass Vamos Reisen uns 11 Fragen dazu beantwortet hat.

Ganz bald mehr. Auch zu unserer Reisewahl. Bei der wir uns auch von dieser tollen Bloggerin haben inspirieren lassen – unterwegsmitkind.de Die ziemlich fernwehsüchtige Berlinerin travelt von einem spanennden Ort zum nächsten – als Alleinerziehende mit Kind ist sie da vielen Single-Eltern Vorbild. Und schaut ganz bestimmt über den Tellerrand dabei. Das haben wir auch vor. Ehrlich gesagt: Wir sind im Reisefieber! Aber wir bleiben Europa treu und setzen auf eine CO2-Kompensation über Atmosfair. Kein Grund zu kichern über uns oder den Schwaben im Allgemeinen und dessen Öko-Bewusstsein. Ihr kriegt das nicht mehr aus uns raus. Und ich finde: Das ist auch gut so! 😉

*Tipps für Koffer, Rucksäcke und alles, was jungen Eltern das Tragen erleichtert, bitte an tim@eins-zwei-vater.de

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Hehe! Mein Name ist Tim, 32, Bio- und Chemielehrer mit Freude und außerdem seit 6 Jahren hocherfreut über meine Partnerin Meike, die ...

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